Cordyceps Reise in Tibet

Cordyceps & Morchel Expedition in Tibet
27. May bis 8. Juni 2018
 
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Artikel: Der tibetische Raupenpilz Yartsa Gunbu (Cordyceps sinensis)

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Der tibetische Raupenpilz, Ophiocordyceps sinensis, der in Tibet als "Yartsa Gunbu'' (Sommergrass - Winterwurm) bekannt ist, steht im Zentrum dieser Reise, die eine absolut einmalige Erfahrung ermöglicht sowohl in Bezug auf Pilze und Pflanzen, als auch in Bezug auf Kultur inmitten einer der eindruckendvollsten Naturlandschaften der Erde.

 

Während der Raupenpilzsaison passt sich das gesamte Leben der Tibeter ganz der Sammeltätigkeit an. Etliche Schulen und Geschäfte machen zu. Jeder, der noch laufen kann, ist, um ein Bareinkommen für das Jahr sicherzustellen, auf den Hochweiden unterwegs, die auch nochmal für einen oder zwei Tage verschneit werden können. Normalerweise aber taut der Schnee dank der intensiven subtropischen Sonne sehr schnell wieder ab. In den besten Sammelgebieten trägt die tibetische Raupenpilz oft 70-90%  zum jährlichen Bareinkommen bei [Zahlen: Winkler, D. 2008, Yartsa Gunbu (Cordyceps sinensis) and the fungal commodification of Tibet's rural economy, Economic Botany 62.3).

 Um die Sammeltätigkeit zu ermöglichen und auch als Nebenverdienstmöglichkeit werden auf den Hochweiden Versorgungsläden und "Bierzelte" komplett mit Billardtischen eingerichtet. In den Städten wird der Raupenpilz überall auf den Straßen gehandelt und die Tibeter nutzen das neue Bargeld um mit der Familie essen zugehen und um Großeinkäufe für das Jahr zu tätigen.

 Wenn der Frühling die Täler wieder voll zum Leben erweckt hat, sprießen nach Regengüssen die Morcheln (Morchella spp. - neueste genetische Untersuchungen (Du et al. 2012) besagen, dass die meisten Morcheln in Tibet und China nicht mit europäischen Arten identisch sind) und andere Frühlingspilze in den Wäldern. Wir werden uns die Zeit nehmen, um mit Tibetern in den Wald zu gehen um Morcheln zu sammeln. Zudem werden wir Morchelmärkte besuchen und Morcheln in den Restaurants probieren. Ein tibetischer Name für die Morchel, dem ich in meiner Pilzforschung begegnet bin, ist "Gugu Schamo", der Kuckuckspilz. Dieser Name leitet sich von der Sammelzeit ab, die mit der Rückkehr des Kuckucks zusammenfällt. Der Kuckuck ist einer der bekanntesten Singvögel Tibets. In Riwoche bin ich von dem lauten Ruf eines Kuckucks, der gleich außerhalb meines Zimmers auf einer Pappel saß, aufgeweckt worden. Ökonomisch gesehen ist die Morchel unter den fünf wichtigsten Pilzen Tibets (aber abgeschlagen hinter Cordyceps und Tricholoma matsutake) zu finden, da Morcheln nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz exportiert werden.

 Auch erwacht zu dieser Zeit die alpine Flora und wir werden zahllose Arten von Primeln, Iris, Gloxinien und auch Pfingstrosen, um nur ein paar zu nennen, begegnen. In den Bergwäldern und auf den Weiden fangen die Rhododendren zu blühen an.

  Unser Ziel ist es die Spur des tibetischen Raupenpilze, der auf dem Tibetischen Hochland endemisch ist, von den Hochweiden Tibets bis zu den großen Medizinalmärkten Chinas zu verfolgen. Im letzten Jahrzehnt hat sich Bu, "Wurm", wie die Tibeter den Pilz kurz bezeichnen, zu der Haupteinnahmequelle der Tibeter entwickelt. Die Expedition wird in Chengdu starten, der Hauptstadt von Sichuan, von wo wir gemeinsam in den tibetischen Kulturraum einreisen werden, um ihn für 12 Tage zu erfahren. Aber neben unserem Interesse für den Raupenpilz bietet diese Reise auch eine ausgeprägte kulturelle Komponente. Wir werden etliche buddhistische [und auch vor-buddhistische Bönpo] Klöster, Monumente und Einsiedeleien in traumhaften Lagen besuchen. Wir werden die mysteriöse und farbenprächtige Spiritualität, die das Herz Tibets und seiner Bewohner ausmacht, kennenlernen und ein wenig erfahren. Daniel studiert auch Buddhismus seit 1986. Zudem hilft uns immer unser tibetischer Reiseführer und unsere tibetischen Fahrer nahen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung herzustellen. Wenn immer möglich benutzen wir auch tibetische Hotels.

Yartsa gunbu picker Litang
Chödron und ihre Töchter Lhamo(25), Laden (17), und Chintso (20) aus Lhagang. Die Familie reist jedes Jahr nach Lithang um Yartsa gunbu, den Tibetischen Raupenpilz zu sammeln. Wir haben sie im Jahr 2010 und dann nochmal 2012 getroffen und Dorje, unser tibetischer Reiseleiter in Kham hat Ihnen etliche Photos zu hause vorbei gebracht. Wir würden uns freuen, Sie wieder zu treffen. Wir haben sie 2015 nicht wieder gesehen, da Lithang eine neue Regelung hatte, die nicht Landkreisansässige vom Raupenpilzsuchen ausgeschlossen hat. 
 
 
 
Ein Manisteinhaufen ueberhäuft mit Windpferd Gebetsfahnen. Im Hintergrund alpine Matten, dem bevorzugten Habitat des Tibetischen Raupenpilzes, "Yartsa gunbu" (Ophiocordyceps sinensis). Die Hochweiden und Gebirgsketten sieht man den heiligen Berg Zhara Lhatse (5820m). Nach Osten schauend ueber Kangding County, Ganzi Tibetan Autonomous Prefecture, Sichuan. Juni 2015 

 

Reiseablauf für die 2018 Cordyceps-Expedition

Wir treffen uns am 30. Mai in Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Chengdu ist eine der interessantesten Städte Chinas mit langer Geschichte. Wir besuchen Chinas größten Materia Medica Markt, wahrscheinlich der weltgrößte Markt für Medizinal-Kräuter, -Pilze, -Tiere und -Mineralien. Schon hier werden wir dem Tibetischen Raupenpilz in rauen Mengen begegnen einschließlich ein paar anderer Cordyceps-Arten.
Wir werden uns schrittweise an die Höhen des Tibetischen Plateaus gewöhnen. Die Reiseroute führt uns von Chengdu nach Kangding (= Dartsendo, 2590m), traditionell eine der Haupthandelsplätze von Cordyceps, Kräutern, Tee und Pferden zwischen China und Tibet. Heute ist es die Hauptstadt der Kandze (Ganzi) Tibetisch Autonomen Präfektur. Dort werden wir bereits Yartsa gunbu Händler in den Straßen begegnen. Somit dient es uns gut als Basislager, aber es ist das Hinterland, das uns wirklich interessiert. In den Bergen über Dartsendo beginnen auch schon die Cordyceps-Gründe
Von Dartsendo geht es rauf zum Gye La Pass (4500m), der Schwelle zum Tibetische Hochland, wo sich die Landschaft spürbar weitet und die Luft klarer und dünner wird. Hier oben besuchen wir das in einem weiten Hochtal gelegene berühmte Lhagang Kloster (= Tagong), wo typisch tibetische Tempelarchitektur mit chinesischen Dachformen zu bewundern ist. Umgeben ist diese Gonpa bereits von Cordyceps Habitat, in der Ferne erhebt sich der massive Bergstock der Sechs Schwestern. Die Nacht verbringen wir wieder etwas weiter unten in Dranggo (Luhuo), einem der fruchtbarsten Hochtaler hier in Kham, wie die Tibeter diese traumhafte Region Tibets nennen. Weiter geht es nach Kandze (=Garze = Ganzi), der Stadt nach der die ganze Region heute benannt ist. Hier bleiben wir für drei Nächte in einem edlen tibetisch geführten Hotel und erkunden die Umgebung mit seinen Klostern, heißen Quellen und Bergen und besuchen tibetische Bauernhäuser und genießen hoffentlich ein Karsha- (Champignon) Mahl. In den Bergen werden wir nach Raupenpilzen mit Freunden und Familie von unserem tibetischen Führer suchen. Es blühen Fritillaria, Primeln, Iris und Rhododendren. Mit etwas Glück können wir einem Fest zum Tag der Kinder, einer schönen chinesischen Tradition, die in Tibet mit Tanz und mitunter mit Pferderennen gefeiert wird, beiwohnen.
 
Nach Kandze geht es südlich entlang des Nyachu (Yalong) Flusses mit Zwischenstopp am heiligen Kawalori Berg nach Nyarong (Xinlong). Nyarong ist berühmt für seine Lamas, Yogis und auch ehemals furchteinflößenden Krieger. Nicht weit von der Kreisstadt können wir in einem Seitental am heiligen Norbu Yangtse Berg um die Kalzang Gonpa wilde Blauschafe, Rebhühner und mit viel Glück auch Moschuswild beobachten. Zudem ist dieses Tal der Geburtsort von Nyala Pema Dudul, einem berühmten Lama und Yogi, der 1872 den Regenbogenkörper verwirklicht hat. Auch die letzte dokumentierte Verwirklichung des Regenbogenkörpers fand 1998 in Nyarong statt.

Danach geht es nach Lithang, gemäß chinesischen Angaben die höchstgelegene Stadt der Welt in einer Höhe von 4013m. Aufgrund seiner Höhenlage ist Lithang ein Zentrum für Yartsa gunbu-Sammlung und Umschlag in Ost-Tibet seit Jahrhunderten. Zudem ist Lithang ein wichtiger Ort bezüglich tibetischer Kultur und Geschichte. Sein berühmtes Kloster wurde bereits vom 3. Dalai Lama, Sonam Gyatso, gegründet und es ist der Geburtsort des 7. Dalai Lama. Ich schätze Lithang sehr und war bereits neun mal dort zwischen 1999 und 2010. Hier in den Hochebenen kann man noch nomadisierenden Haushalten begegnen, aber Anfang Juni sind alle nur mit Yartsa Gunbu suche beschäftigt. Wir wohnen in einem tibetisch geführten Hotel, dass sogar Funkinternet hat, und dazu kann man Pfannkuchen und heiße Schokolade genießen.

Von Lithang geht es südlich über einen 4700m Pass und dann entlang endloser Hochweiden, auf denen riesen Granitblöcken eingesprenkelt liegen nach Dabba / Daocheng, dass für seine Geothermalquellen bekannt ist. Auch wurde dort ein Flughafen auf die Hochweiden gebaut, der uns es ermoglicht in  nur einer Stunde herunter nach Chengdu zu fliegen und uns somit 2 lange Tage Autofahrt erspart. Mit etwas Glück können wir den beeindruckenden 7590m hohen Minya Gongkar (Gongga Shan), den höchsten Berg außerhalb der Himalaja-Hindukush-Kette vom Flieger sehen. Im geschäftigen Chengdu erwartet uns das viel wärmere Wetter des Roten Beckens von Sichuan. Am Abend geniessen wir ein köstliches chinesisches Abschiedsmahl.
 
Reise Tag
Tag
Datum
 Geplanter Reiseablauf 2017 Cordyceps Expedition
1
So
27. Mai
Treffen in Chengdu, Besuch des Medizinmarktes - City Garden Hotel
2
Mo
28. Mai
Chengdu - Fahrt nach Kangding = Dartsendo, 
3
Di
29. Mai
Kangding Cordyceps Mark, Fahrt: Lhagang Kloster - Luhuo
4
Mi
30. Mai
Luhuo - Morchelsuche - Ganzi
5
Do
31. Mai
Ganzi - Rongpatsa - Heiße Quellen - Ganzi
6
Fr
1. Juni
Ganzi - Raupenpilzsuche oder Morchelwanderung
7
Sa
2. Juni
Ganzi - Nyachu Schlucht - Nyarong
8
So
3. Juni
Nyarong - Kalzang Gompa am heiligen Drokar Berg
9
Mo
4. Juni
Nyarong - Junba - Raupenpilzsuche - Lithang
10
Di
5. Juni
Lithang - Kloster und/oder Heisse Quellen
11
Mi
6. Juni
Lithang - Raupenpilzsuche - Daocheng
12
Do
7. Juni
Daocheng - Chengdu - City Garden Hotel
13
Fr
8. Juni
Chengdu - Wir trennen uns am morgen
Der Reiseverlauf wird absichtlich flexibel gehalten um den Erfolg bei der Suche nach Cordyceps in den abgelegenen alpinen Matten zu optimieren. Oft lässt sich erst vor Ort sicherstellen, wo wir am besten suchen. Und wo immer uns der Raupenpilz am Ende hin dirigieren wird, die Umwelt wird absolut beeindruckend und die Landschaft wunderschön sein. Da wir weite Entfernungen zurücklegen und viele Höhenzonen durchqueren, werden wir den Raupenpilz in seiner vollen "Blüte" begegnen. Zudem werden wir auf der Tour eine ganze Bandbreite an Höhenzonen bis in eine Höhen von 3000 m bis 5000 m erleben und deren reiche Flora, Fauna und Funga bestaunen können.
Sollten Sie daran interessiert sein, an dieser Reise teilzunehmen, lassen Sie mich es bitte so bald wie möglich wissen. Die Reiseleitung wird auf Englisch und wenn notwendig und gewünscht auch auf Deutsch durchgeführt. Um die Erfahrung zu optimieren wird die Gruppengröße auf 12 Teilnehmer begrenzt.
Sollten Sie von dieser Reiseidee begeistert sein, leiten Sie bitte diese Information an die richtigen Leute weiter. Auf meinen Netzseiten sind zahlreiche Photos von Pilzen, Pflanzen, Tieren, Land und Leute in Tibet abgebildet und beschrieben, speziell in der Sektion "Tibet Photo Essays".
 2018
Cordyceps Expedition
in Ost-Tibet
27. Mai bis 8. Juni
Reiseleitung: Daniel Winkler
 
 Überlandreisekosten in Tibet
2018
3900€ mit 10-12 Personen
4150€ 7 bis 9 Personen,
4400€ mit 4-6 Personen)
(Einzelzimmeraufpreis: 400€)
Flug:
von Daocheng nach Chengdu ca. 80€ bis 150€
Tickets werden von unserem Mann in Chengdu organisiert.
 
Dazu kommt
Flugreise nach China: 700-1100  €
(sollte selber gebucht werden)
KLM fliegt direkt von Amsterdam nach Chengdu

Email:         
 
 
 
Ein "Bu"-Sucher gräbt mit einem einfachen hölzernen Werkzeug. Beim Ausgraben von Cordyceps muss man sehr vorsichtig sein, dass man den Fruchtkörper nicht von der der toten und schon "verdauten" Raupe abbricht, was den Preis sehr vermindern würde.
© Daniel Winkler, Serkyim La, Juni 2006
 
Cordyceps sinensis Fruchtkörper
mit voll entwickelten Ascuszellen.
Die Spitze ist wahrscheinlich von irgend einem Nager abgefressen worden.
© Daniel Winkler, Kongpo Barla,  Juni 2006
Wer will Raupenpilzbonbons? Eine Tibeterin bietet Raupenpilz in einer Bonbontüte zum Verkauf an auf dem Weg zum Kongpo Barla Pass.
Juni 2006   © Daniel Winkler

Pilzreisen

Seite auf Deutsch erstellt: 21.1.2011 - letzte Überarbeitung 16.9.2017

 
 
Der heilige Namtso See mit der vergletscherten Nyenchen Tangla Kette (Nyainqen Tanglha). Im Vordergrund flattern Gebetsfahnen im Wind, die einen Felsen auf der Tashi Halbinsel schmücken. Die Wasserspiegel des Nam Tsos liegt in einer Höhe von 4718 m. Nam Tso bedeutet auf tibetisch "Himmels-See und ist der höchst-gelegene große Salzwassersee der Welt. Photo: D.Winkler 11.7.2010
 


 
Typisches Bergweidehabitat von Yartsa gunbu (Cordyceps sinensis) unter den Gipfeln des Nyenchen Tangla (7250m) gesehen entlang der 2011 Route.
Last edited Fri, 09/15/2017 - 22:07