Westcoast Feuer Morchel

Morchelmassen nach Waldbrand
Morchelsuche 16. Juni, 2007, Loup Loup, Okanogan, Northern Cascades, Washington State - USA
Aus deutscher Sicht in der letzten Ecke der "Unteren 48 US-Staaten", ganz im Nordwesten, nahe Vancouver, British Columbia, Kanada

Blick vom Beaver Mountain nach Osten auf die Hauptkette der North Cascades im nordlichen Washington State. Im Vordergrund verbrannte Drehkiefern (Pinus contorta, Lodgepole pine) und Gelbkiefern (Pinus ponderosa). Photo: Blick vom Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1550m, 16.6 2007  © Daniel Winkler

Eine "black oder fire" Spitzmorchel wächst gleich neben einem Stück Holzkohle, das vom letztjährigen Waldbrand übriggeblieben ist. Die Taxonomie der Morcheln des westlichen Nordamerikas ist noch in der Entwicklung, speziell nach hinzunahme von DNS Analysen. So ist es schwierig einen genauen Artennamen zu nennen, aber diese für das erste Jahr nach einem Waldbrandereignis typische dünnwandige und formenreiche Morchel gehört zur Gruppe von Morchella conica, M. elata or M. angusticeps (Pilz et al. 2007. p.20). Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1710m, 16.6 2007, 2007 © Daniel Winkler

In solch einem komplett abgebrannten Gebiet fruchten keine Morcheln im ersten Jahr nachdem Feuer. Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1550m, 16.6 2007,
© Heidi Schor


Urwaldbestand bestehend aus Douglasien (Pseudotsuga menziesii, Douglas-fir) und Drehkiefern (Pinus contorta, Lodgepole pine) und Gelbkiefern (Pinus ponderosa, Ponderosa pine) gleich neben dem Waldbrand.
Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State,1550m, 16.6. 2007  © Daniel Winkler
Eine Auswahl der gesammelten Morcheln. Spitzmorcheln im weitesten Sinne und eindeutig zu erkennende "gray morels" (Graumorchel) oder "fuzzy foot morel" (Filzfußmorchel), deren Fuß zu Anfang dunkelbraun befilzt ist [Nahaufnamhe uten]. Die Graumorchel wird mit dem Alter heller bleibt aber filzig. Die großen Morcheln sind 15-20cm groß. Photo:  17.6.2007  © Daniel Winkler


Diese jungen "Graumorcheln" sind ca. 4-6cm groß. Diese Morchel wurde als Morchela atrotomentosa (Moser) Bride beschrieben, was ein zutreffender Name ist, da atro schwarz bedeutet und tomentosa filzig. Dummerweise ist nach Pilz et al.(2007) der Name aber ungültig, da Moser sie nur als vorläufige neue Art beschrieben habe. Kuo (2006) hat diese Morchel "fuzzy foot morel" (Filzfußmorchel) benannt, da sich im Alterungsprozess die Färbung ändert.  Photo: 17.6. 2007  © Daniel Winkler

 


Nachdem Feuer abgefallene Nadeln der Douglasien machen es viel einfacher die sieben kleinen Morcheln zu finden.
Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1680m, 1.6.6 2007 © Daniel Winkler

  Ein ausgebrannter Wurzelstock eines Nadelbaumes. Im Loch wachsen zwei Morcheln. Photo:  Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1710m, 16.6 2007 © Daniel Winkler
Eine Graumorchel wächst neben dem abgefallenen Ast einer Drehkiefer (Pinus contorta), Die Graumochel wird im Alter viel heller [seihe die Bilderserie von  Karl Olson in Pilz et al. 2007, p. 21)]
Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1710m , 16.6.2007 © Daniel Winkler
Überbleibsel einer kurzen, aber heftigen Graupelschauer haben sich in einer kleinen Kuhle gesammelt in der eine "burn or black morel" (bisher Spitzmorchel) fußt.
Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1710m, 16.6.2007 © Daniel Winkler
Zwei Spitzmorcheln wachsen im Übergangsgebiet von verbrannten und verschontem Boden, wo wir immer deutlich mehr Morcheln fanden. Im Hintergrund wächst Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi, Ericaceae), die auch in Europa beheimatet ist. Hier ist es zumeist unter dem indianischen Namen "Kinnikinnick", einem Wort aus der Algonquin Sprache der Delaware Indianer, das Mischung bedeutet bekannt oder einfach "bear berry" Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest,Northern Cascades, Washington State, 1550m (5200 ft), June 16, 2007  © Daniel Winkler
Heidi und ich mit den (Wald-) Früchten von 7 Stunden Sammelrausch und wahrscheinlich ebenso vielen Jahren Vorrat bei unserem derzeitigen Trockenmorchelkonsum. Wir hatten uns die Hüte mit Mückenschutz eingerieben, was gut funktionierte, um die Mücken vom Kopf fernzuhalten. Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State,1550m, 16.6 2007  © Daniel Winkler
Waldbrandgebiete sind bekannt für ihren Morchelreichtum. Professionelle Pilzsammler kommen von weit her um hier zu sammeln. Forstämter haben ein Lizenzsystem eingeführt, das manchmal auch für Laien gilt. Für ein Pfund (454g) frische Morcheln wurden 8$ von Pilzaufkäufern gezahlt, die auch zu den verbrannten Wäldern pilgern. Im Feinschmeckerladen in Seattle kostete das gleiche Pfund 40$, auf dem Farmer's Markt aber nur 18$. Jason kam mit seiner Frau von Oregon rauf und wohnt im Zelt oder in seinem Bus. Er lebt vom Pilzesuchen, wobei er im Frühjahr für ca. 3 Monate Morcheln sucht. Für die Waldbrand-Morchelsuche hat er sich einen dicken Ordner angelegt in der alle Waldbrandgebiete vom Vorjahr verzeichnet waren. Im Herbst sucht er zumeist Pfifferlinge und Matsutake. Im Winter gehts nach Kalifornien. Reich wird man davon sicher nicht, aber man muß sich nicht mit einem unangenhmen Chef oder lästigen Büromitarbeitern rumschlagen. Allerdings, erscheint dies alles recht harmlos, wenn man einem schlechtgelaunten Bären gegenübersteht. Am Gürtel trägt Jason ein "Bärhorn" um einen Bären mit Lärm vertreiben zu können. Im Okanogan gibt es jetzt wieder Grizzlies, die von Kanada über die grüne Grenze eingewandert sind. Photo: Near Highway 2, Loup Loup, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1250m, 16.6 2007  © Daniel Winkler
Jason zeigt seine Ausbeute von 4 Stunden und war nicht sehr zufrieden. Es entsprach einem Stundenlohn unter $10. Er dachte, dass der Forstweg neu geöffnet gewesen wäre, aber sie war schon mal vor einer Woche geöffnet gewesen und so waren nur wenige, große Morcheln zu finden. Aber er schätzte die Graumorcheln, die in dieser Höhenlage verbreitet sind, da sie doppelwandig und somit schwerer sind. Allerdings gab es viel mehr Spitzmorcheln als Graue. Für eine Sammellizenz hat er 100$ für die Saison zahlen müssen; eine Viertageslizenz kostet 20$. Laien sollten eine kostenlose Lizenz beim Forstamt beantragen. Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Northern Cascades, Washington State, 1550m, 16.6 2007  © Daniel Winkler
 
Toasted!
Photo: Beaver Mountain, Okanogan National Forest, Washington State, 1550m, 16.6 2007 © Daniel Winkler

Soviel zu den Moritäten von Morchelmassenmördern

Link zu einer Übersetzung eines Aufsatzes von R.F. Rowe von 1996 erschienen in Der Tintling über kommerzielle Pilzsammlung im Pazifischen Nordwesten.
   

"Skyrocket" (Himmelsrakete) oder "Scarlet Gilia" (Scharlachrote Gilia), Gilia aggregata = Ipomopsis aggregata) eine Verwandte des Phloxes (Polemoniaceae) vor einem Penstemon (Penstemon cardwellii). Photo: Near Highway 2, Loup Loup, Okanogan National Forest,Northern Cascades, Washington State, 1250m, 16.6 2007  © Daniel Winkler
Back at home in Kirkland, Washington State




Eine Spitzmorchel wächst in unserem Garten Ende März 2007.
Erstaunlicherweise wuchs die Morchel durch einen Karton (den ich fürs Photo entfernt hatte), den wir ausgelegt hatten um Unkraut zu unterdrücken.
Die Taxonomie der amerikanischen Morcheln ist leider unklar. Hier würde sie als "black morel" bezeichnet. Es handelt sich um eine Morchel aus dem Komplex von Morchella conica, M. elata oder M.angusticeps.  Die zutreffendste Bestimmung fand ich bei Michael Kuo The Mushroom Expert webpages unter Taxon #J
Last edited Sat, 10/06/2012 - 11:40